Wie eine Abschiedsfeier entsteht

Oft begegne ich Menschen kurz nach dem Versterben eines lieben Menschen. Wir sitzen am Tisch, und sie sagen: „Wir haben noch keine Ahnung, wie das gehen könnte.“

Eine Abschiedsfeier ist nichts, womit man sich im Alltag beschäftigt. Meist kommt sie genau dann, wenn man ohnehin schon überfordert, erschöpft oder schockiert ist. Gleichzeitig ist da viel Organisatorisches, das mit einem Todesfall einhergeht.

Ich darf dann aufzeigen, dass eine Abschiedsfeier nicht nach einem festen Ablauf entsteht. Es gibt kein richtig oder falsch, kein Schema, das man einfach ausfüllt.

Eine stimmige Abschiedsfeier entsteht Schritt für Schritt.

Am Anfang steht immer das Gespräch. Wir schauen gemeinsam zurück auf das Leben des verstorbenen Menschen. Was hat ihn oder sie ausgemacht? Was war wichtig? Was bleibt?

Oft sind es nicht nur schöne Erinnerungen. Manchmal kommen auch schwierige Themen zur Sprache – Spannungen, offene Fragen, Verletzungen. Auch das darf und soll Platz haben.

Aus diesem Gespräch heraus beginnt sich langsam ein Bild zu formen. Eine Ahnung davon, wie sich die Feier anfühlen darf. Dabei bringe ich meine Erfahrung ein, berate und inspiriere – und gleichzeitig bleiben die Entscheidungen immer bei den Angehörigen. Sie bestimmen, was stimmig ist.

Still und schlicht? Persönlich und nah? Oder mit Musik, Stimmen und Momenten, die das Leben in seiner ganzen Vielfalt widerspiegeln?

Es sind viele Elemente, die zusammenkommen: Erinnerungen, Musik, Texte, symbolische Handlungen, Worte von Angehörigen, Bilder, die wir nochmals aufleben lassen. Auch der Ort und seine Möglichkeiten fliessen mit ein und prägen die Gestaltung.

Ich erlebe diesen Weg oft wie einen Prozess, der sich entwickelt. Nicht alles ist von Anfang an klar. Manche Dinge entstehen erst unterwegs.

Dabei begleitet mich das Bild eines Hefeteigs, der Zeit braucht. Den man gehen lässt, der sich entfalten darf.

Man sammelt, verwirft, ergänzt. Lässt etwas wirken und nimmt es wieder auf. Und nach und nach entsteht etwas Ganzes.

Meine Aufgabe ist es, diesen Prozess zu halten. Ich strukturiere, gebe Orientierung und führe durch diesen Weg – achtsam und im Hintergrund, so, dass Raum bleibt für das, was den Angehörigen wirklich wichtig ist.

Am Tag des Abschieds führe ich durch die Zeremonie. Ich halte den Raum, achte auf den Ablauf und darauf, dass alles seinen Platz hat.

Damit die Angehörigen nicht organisieren müssen, sondern da sein können. Mit ihren Emotionen. Für sich. Und für den Menschen, von dem sie Abschied nehmen.

Eine Abschiedsfeier ist kein perfekter Anlass. Sie ist ein Moment, der echt sein darf – berührend, wertschätzend und würdig.

Und genau daraus entsteht oft etwas sehr Berührendes. Etwas, das trägt – über diesen Moment hinaus.

Und etwas, das uns daran erinnert, was im Leben wirklich zählt.

Über mich

Daniela Hefti

In meiner Arbeit zeichnen sich Mitgefühl, Respekt und Offenheit als meine grundlegenden Werte aus. Es erfüllt mich mit Dankbarkeit, Menschen auf ihrem Weg zu begleiten und zu unterstützen. Eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich jeder willkommen fühlt und angenommen ist, liegt mir am Herzen.

Mein Angebot

Abschied Feiern

persönlich – würdevoll – achtsam – religionsunabhängig

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In Zeiten der Trauer Halt und Mitgefühl erleben 

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